Werbung richtig kennzeichnen

Leitfaden zur richtigen Kennzeichnung von Werbung

Immer wieder hört man davon, dass Influencer auf den verschiedensten Social Media Plattformen Werbung nicht richtig gekennzeichnet haben und Ihre Follower damit bewusste getäuscht hätten. Doch stimmt das? Und wann genau handelt es sich überhaupt um Werbung?

In diesem Artikel möchten wir uns genau damit beschäftigen. Wir erklären kurz und knapp, wann es sich überhaupt um Werbung handelt und wie man diese anschließend richtig kennzeichnet.

Wann und wie muss ich etwas kennzeichnen?

Beiträge über Produkte, Dienstleistungen, Marken, Unternehmen, Regionen, Events, Reisen, die gegen eine Gegenleistung veröffentlicht werden.

Im Falle, dass ich eine konkrete Gegenleistung von einem Unternehmen oder einer Person bekomme, dafür dass ich etwas über dessen Produkte, Dienstleistungen o. Ä. Poste, ist eine Kennzeichnung absolut notwendig. Dabei kommt es nicht darauf an, ob ich hierfür direkt einen Geldbetrag bekomme oder einen anderen Mehrwert genieße. Die Landesmedienanstalten haben hierfür konkrete Regelungen veröffentlicht.

Zunächst stellt sich die Frage, ob das Produkt oder Dienstleistung die Hauptrolle im Video spielt oder nur neben läufig erwähnt wird (Produktplatzierung). Im ersten Fall, muss bei Bild- oder Text-Posts auf Instagram, Facebook, Twitter etc. oder auch in einem Blogartikel am Anfang des Posts/Beitrags deutlich lesbar „Werbung“ oder „Anzeige“ stehen. Bei Videoformaten allerdings, bspw. auf YouTube oder Instagram muss durchgängig und gut lesbar im Video selbst „Werbung“ oder „Anzeige“ eingeblendet sein.

Sollte es sich nur um eine Produktplatzierung handeln, also eine „neben läufige Werbung“, reicht es bei Videos die Einblendung am Anfang zu platzieren. Bei Bild- und Text-Posts gelten allerdings die gleichen Regeln wie im ersten Fall, nur die Bezeichnung darf anders lauten: „Produktplatzierung“ oder „Unterstützt durch Produktplatzierung“ oder „Unterstützt durch [Produktname]“.

Beiträge über Produkte, Dienstleistungen, Marken, Unternehmen, Regionen, Events, Reisen, die kostenlos in Anspruch genommen oder erhalten wurden, deren Veröffentlichung aber an Vereinbarungen/Bedingungen geknüpft ist.

Wenn ich als Influencer agiere und etwas kostenlos von einem Unternehmen erhalte, beispielsweise ein Produkt o. Ä. jedoch dafür eine Vereinbarung eingegangen bin, dafür ein Video oder Post zu erstellen, gelten die gleichen Richtlinien wie auch bei einer bezahlten Werbung oder Produktplatzierung.

Beiträge über Produkte, Dienstleistungen, Marken, Unternehmen, Regionen, Events, Reisen, die aus eigener Motivation ohne kommerziellen Anreiz Dritter veröffentlicht werden.

Inhalte über Produkte etc. ohne kommerzielle anreize wie eine Bezahlung oder den kostenlosen Erhalt von Produkten/ Dienstleistungen müssen im Regelfall nicht als Werbung gekennzeichnet werden. Doch Achtung! Sollten die Beiträge eine zu positive Darstellung der Produkte, Unternehmen oder Dienstleistungen darstellen, so müssen diese Inhalte auch als Werbung gekennzeichnet werden. Eine genaue Definition von einer „Zu positiven Darstellung“ gibt es leider allerdings nicht. Diese Regelungen gelten übrigens auch, wenn es sich um eigene Produkte oder Unternehmen handelt. In diesem Fall muss jedoch klar erkenntlich sein, dass es sich um eigene Produkte oder Unternehmen handelt.

Quelle: Pixabay.com

Affiliate Links / werbliche Links
Sowohl Affiliate Links als auch werbliche Links müssen gekennzeichnet sein. Die Kennzeichnung hat in beiden Fällen unmittelbar in der Nähe der Links zu erfolgen. Bei Affiliate Links reicht jedoch ein (*) als Symbol + eine Erläuterung. Werbliche Links hingegen müssen ganz normal und deutlich lesbar als „Anzeige“ oder „Werbung“ gekennzeichnet sein.

Rabattcodes
Auch Rabattcodes müssen wie auch die werblichen Links als Werbung unmittelbar in der Nähe des Rabattcodes / Links deutlich lesbar markiert sein.

Fazit
Zwar gibt es mittlerweile einen Leitfaden der Landesmedienanstalten wie man Werbung auf Social Media richtig kennzeichnet, jedoch ist bei Formulierungen wie „Achtung Falle: Zu positive Darstellung“ Vorsicht geboten. Ebenfalls gibt es immer wieder Irrtümer, wie man Werbung richtig kennzeichnen muss. Daher sollte man grundsätzlich nach dem Leitfaden handeln und im Zweifelsfall lieber einmal zu viel Werbung kennzeichnen als einmal zu wenig.